e:du Hausbesuchsprogramm

„e:du - Eltern und du“ ist ein präventives und ganzheitliches Lern- und Begleitprogramm für Familien mit Kindern vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Schulstart. KidsZone+More setzt das Programm in Wien, Niederösterreich und Tirol um und richtet sich dabei explizit an Familien mit Migrationshintergrund, die eine andere Erstsprache als Deutsch sprechen. Das Projekt wird von EU und Bundeskanzleramt sowie vom Land Niederösterreich, dem Land Tirol und den teilnehmenden Gemeinden kofinanziert.

  • E:du fördert nicht nur die Sprachentwicklung der Kinder, sondern zielt auf die ganzheitliche Förderung aller grundlegenden Fähigkeiten ab, die für einen erfolgreichen Schulstart benötigt werden. Die begleitende Elternarbeit stellt einen integralen Bestandteil des Projekts dar und stärkt die elterlichen Erziehungs- und Handlungskompetenzen, sodass die Eltern die Bildungsprozesse ihrer Kinder aktiv (mit)gestalten können.

    E:du kombiniert „Geh-Strukturen“ (homebased) in Form von regelmäßigen Familienbesuchen (Hausbesuchen) in den Familien mit „Komm-Strukturen“ (centerbased) in Form von regelmäßigen Gruppentreffen und Workshops mit Fachreferent*innen. Während bei den Familienbesuchen die Eltern-Kind-Interaktion, die Sprach- und Entwicklungsförderung sowie die Verbesserung der Erziehungskompetenz der Eltern im Vordergrund stehen, soll in den Gruppentreffen vor allem die soziale Integration verbessert und Wissen über die Entwicklung, Bildung und Erziehung von (Klein)Kindern vermittelt werden.

    E:du verknüpft die Sprach- und Entwicklungsförderung der Kinder mit begleitender Elternarbeit, den Bildung beginnt in der Familie. Sie ist der erste und wichtigste Ort für die kindliche Entwicklung und das Lernen. Wenn in der Familie Bewusstsein für Bildung, für aktive Partizipation am Bildungsprozess und adäquate Rahmenbedingungen geschaffen wird, kann die Sprachförderung noch stärker und nachhaltiger wirken.

    Die Festigung der Alltagssprache Deutsch erleichtert die Vernetzung im Sozialraum ebenso wie die konstruktive Kommunikation mit Kindergarten und Schule und fördert in weiterer Folge auch den Integrationsprozess von Kind und Eltern.

  • Das Programm „e:du- Eltern und du“ wurde von der IMPULS Deutschland Stiftung e.V. entwickelt und ist ein präventives und ganzheitliches Lern- und Begleitprogramm, das Unterstützung für Familien mit Kindern von der Geburt bis zum Schulstart bietet. Als innovative Weiterentwicklung des bewährten OPSTAPJE-Programms (u.a. in Zusammenarbeit mit HIPPY International und HIPPY Österreich) kombiniert e:du individuelle Hausbesuche mit Gruppentreffen, um Familien in einer vertrauten Umgebung zu begleiten und zu stärken.

    Die Grundsätze des e:du-Programms sind:

    • Förderung aller relevanter Vorläuferfähigkeiten für den Lese- und Schreiberwerb in der Schule sowie gezielte Förderung der Sprachentwicklung für Kinder, die mehrsprachig aufwachsen

    • Förderung sprachlicher und mathematischer Fertigkeiten

    • Begleitung der ganzheitlichen Entwicklung der Kinder

    • Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung und der elterlichen Erziehungs- und Handlungskompetenzen

    e:du verknüpft regelmäßige Hausbesuche („Geh-Strukturen“) mit Gruppentreffen und Workshops („Komm-Strukturen“), um die ganzheitliche Sprachentwicklung der Kinder, die Eltern-Kind-Interaktion, die Erziehungskompetenz und die soziale Integration nachhaltig zu fördern. Während die Hausbesuche auf die individuelle Förderung und Entwicklung fokussieren, dienen Gruppentreffen und Workshops der Wissensvermittlung und dem Austausch zu wichtigen Themen wie Bildung, Erziehung und sozialem Miteinander.

    Durch die Verknüpfung von Sprachförderung mit begleitender Elternarbeit wird die nachhaltige Wirkung des Programms verstärkt – neben der umfassenden Sprach- und Entwicklungsförderung der Kinder werden die Eltern durch die Gruppentreffen und Workshops befähigt, aktiv Verantwortung für die Bildungsaktivitäten ihrer Kinder zu übernehmen und in die Selbsttätigkeit zu kommen (z.B. Einrichtung einer adäquaten Lernumgebung, Rituale für die tägliche Lerneinheit und für konzentriertes Lernen etablieren).

    Durch das eigens für e:du entwickelte Material erhalten die Eltern eine Anleitung, wie der Spracherwerb sowie alle Vorläuferfähigkeiten für die Schule zuhause erlernt, vertieft und gefestigt werden können.

    Im Rahmen der Gruppentreffen und Workshops mit Fachreferent*innen erfahren die Eltern viel über  wesentliche Entwicklungszusammenhänge, über das österreichische Bildungs- und Wertesystem und seine Anforderungen sowie über weiterführende Förder- und Bildungsmöglichkeiten. Die Eltern werden für die Wahrnehmung der altersgemäßen Bedürfnisse und der individuellen Entwicklungsfortschritte ihrer Kinder sensibilisiert und lernen, wie sie ihre Kinder zuhause gut fördern können.

    e:du versteht sich als niederschwelliges Programm, das die Familien dort abholt, wo sie gerade stehen und das Zuhause als ersten und wichtigsten Lernort von Kindern aufgreift und stärkt. Das Thema Bildung wird dadurch direkt in der Familie verankert, die Bildungssprache Deutsch verstärkt als Alltagssprache daheim etabliert.

    Den Familienbesucherinnen kommt dabei eine sehr wichtige Schlüsselrolle zu - sie sind selbst mehrsprachig und bringen Migrationserfahrung mit und sie sind mit dem österreichischen Bildungs- und Wertesystem ebenso vertraut wie mit den Lebenswelten der Familien. So gelingt es, Berührungsängste abzubauen und nicht nur den Handlungsspielraum der Familien zu erweitern. Durch Ausflüge in umliegende Einrichtungen wie z.B. die örtliche Bibliothek oder das Gemeindeamt werden regionale Strukturen nähergebracht und die Familien besser im Sozialraum vernetzt.

    e:du fördert den Integrationsprozess für die gesamte Familie und verbessert die Chancen auf eine erfolgreiche Integration bzw. auf gelingende Inklusion.

  • e:du setzt auf einen niederschwelligen Zugang, das Programm ist aufsuchend und findet in der Regel direkt bei den Familien zuhause statt. Durch den Einsatz von Familienbesucherinnen, die selbst Migrationserfahrung haben, mehrsprachig sind und sehr viel Empathie und Feingefühl mitbringen, werden Brücken geschlagen, die von Dauer sind. Sie begleiten die Familie im besten Fall über mehrere Jahre und sind mehr als reine Sprachförder*innen.Sie schafft Bewusstsein für Bildung und Bildungsprozesse, für die aktive Partizipation an diesen Prozessen und für das Schaffen von adäquaten Rahmenbedingungen zuhause. Sie unterstützt die Familie dabei, die Alltagssprache Deutsch zu festigen und Stück für Stück als Familiensprache zu etablieren. Gleichzeitig ermutigt sie die Eltern, sich aktiv an den Geschehnissen in Kindergarten und Schule zu beteiligen, sie fördert die konstruktive Kommunikation mit den Bildungseinrichtungen und stellt die Schnittstelle zu weiterführenden Förder- oder Bildungsmaßnahmen dar.

    Konkret verfolgt e:du vier zentrale Ziele:

    • Förderung der Sprachentwicklung und der Vorläuferfähigkeiten in Lesen und Schreiben

    • Entwicklung sprachlicher und mathematischer Kompetenzen

    • Ganzheitliche Unterstützung der kindlichen Entwicklung

    • Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern und der Eltern-Kind-Bindung

    • praktische Unterstützung und Wissenserwerb rund um die Themen Sprach- und Bildungsförderung, Erziehung, Kindesentwicklung, Gesundheit uvm

    e:du  basiert auf dem Ansatz des Modelllernens: die speziell geschulte Familienbesucherin unterstützt die Eltern dabei, sich aktiv und regelmäßig mit ihren Kindern auseinanderzusetzen. Das e:du Material vermittelt Anregungen für das gemeinsame Spiel und schafft Handlungsmöglichkeiten und Lernerfahrungen, die sich positiv auf alle Bereiche der frühkindlichen Entwicklung auswirken.  

    Die Familienbesucherin bringt das Material in den wöchentlichen Hausbesuchen zur Familie und arbeitet die Inhalte mit den Eltern durch. Die Eltern setzen sich sodann in täglichen Lerneinheiten gemeinsam mit ihrem Kind mit dem Material auseinander und erarbeiten die Übungen. Im nächsten Hausbesuch wird besprochen, wie die Übungen gelaufen sind und es wird das Material für die kommende Woche ausgegeben. Gleichzeitig bleibt Raum für weiterführende Fragen. So wird der Lernprozess kontinuierlich begleitet und der Lernfortschritt sichergestellt.

    Die begleitende Elternarbeit wird durch mehrere Maßnahmen sichergestellt: Einerseits durch die Hausbesuche selbst, die viel Raum für Beratung und Begleitung bieten. Andererseits durch die regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen für Austausch und Vernetzung und die Workshops mit Fachreferent*innen zu Themen wie (frühe) Sprachförderung, Schuleintritt, Erziehung, Gesundheit, weiterführende Förder- und Bildungsmaßnahmen etc.

  • Das Lernprogramm greift aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und Themen aus der Praxisder Familienbildung auf. Dazu gehören: Literacy, Numeracy, dialogisches Lesen, Partizipation, physische und psychische Gesundheit, Bildung für nachhaltige Entwicklung, unterschiedliche Lebensweisen und Familienmodelle, Transkulturalität, Ernährung, Bewegung und viele mehr.

  • Der Einsatz von professionell gestaltetem Material dient als roter Faden am Weg zu Selbstermächtigung und Selbstständigkeit – das Material gibt Struktur und Rahmen vor, bietet den Eltern Sicherheit und ermöglicht die selbstständige Auseinandersetzung mit dem Kind und den kindlichen Entwicklungsprozessen.

    Das Material  besteht aus 12 Bausteinen für die Familien sowie Begleitmaterialien für das durchführende Personal. Ein Baustein umfasst Aktivitäten für ein halbes Jahr und orientiert sich an den Entwicklungsaufgaben der Kinder im jeweiligen Altersspektrum. Da die kindliche Entwicklung nicht linear verläuft, ist es möglich die Materialien je nach Entwicklungsstand des Kindes anzuwenden.

    Im Altersbereich von 0 bis 3 Jahren beinhaltet jeder Baustein ein Buch, 26 Angebotskarten mit Spielanleitungen und 4 Infokarten. Ab 3 Jahren enthält jeder Baustein ein Buch, 50 Angebotskarten und 45 Kinderseiten mit:

    • Aktivitäten zum dialogischen Lesen zur Förderung der Sprachentwicklung

    • Gesellschaftsspielen, Kreativitäts- und Ausdrucksmaterialien zur Stärkung der sozio-emotionalen Entwicklung,

    • Bau-, Konstruktions- und Bewegungsmaterialien zur Förderung der Grob- und Feinmotorik

    • Zuordnungs-, Sprach- und Denkspielen zur Verbesserung der kognitiven Entwicklung

    • Aktivitäten zur Förderung des Erwerbs von Vorläuferfähigkeiten für das Lesen und Schreiben und der Mathematik

    Alle Bausteine werden komplettiert durch altersgerechte Bücher, Spiel- und Bastelmaterialien. Sie wurden entwickelt um die Vielzahl kindlicher Entwicklungsthemen abzudecken. Neben den Querschnittsthemen Sprache, logisch-mathematisches Denken, Weltwissen, Gefühle und soziales Lernen sowie Grob- und Feinmotorik, sind die Bausteine in weitere Themen wie Gesundheit, Rituale, Freundschaft, Lebenswelten, digitale Medien, Selbstständigkeit oder Naturwissenschaften gegliedert.

Wien
Michaela Krottendorfer
m. +43 680/31 36 007
e. edu-wien@kids-more.at 

Bei Interesse melden Sie sich unter: 

Tirol
Özlem Yagmur
m. +43 678/13 16 002
e. edu-tirol@kids-more.at

Niederösterreich
Brikena Bullaku
m. +43 664/24 61 636
e. edu-noe@kids-more.at

Bereichsleitung Kindergärten & Integration
Patrizia Rosenkranz, BA
t. +43 676/55 80 417
e. rosenkranz@kids-more.at 

„e:du - Eltern und du" ist ein markenrechtlich geschütztes Programm von KidsZone+More.

Die Projekte werden von EU und Bundeskanzleramt kofinanziert und vom Land NÖ und dem Land Tirol gefördert. Weitere Fördergeber sind die teilnehmenden Gemeinden.